TV Großengstingen Frauen Bezirksliga Achalm Nagold 2019/2020

VfL Nagold - TV Großengstingen 30:32 (16:17)

Es scheint als habe der TVG Gefallen an spannenden Spielverläufen gefunden, denn wieder einmal fand man sich am vergangenen Samstag in Nagold 3 Minuten vor Spielende beim Spielstand von 30:30 in einer hitzigen und spannenden Schlussphase wieder. Die Nerven von Trainerin Anne Benke und Co-Trainer Martin Böhmler wurden also abermals stark strapaziert, was sich vor allem in einem ungewohnt lauten Ausruf (oder besser gesagt Schrei) von dem sonst besonnen Martin Böhmler kurz vor Schluss gegenüber seinen Schützlingen äußerte. Vielleicht führte auch das dazu, dass nochmal ein letzter Ruck durch die Mannschaft ging und man sich am Ende mit verdienten 2 Punkten belohnt hat. Die Vorzeichen vor der Partie gegen den direkten Tabellenverfolger aus Nagold standen zunächst nicht so gut. Wie befürchtet, musste man auf beide Kreisläuferinnen verzichten (Aileen Staneker laboriert nach wie vor an ihrer Fußverletzung und bei Katharina Reiff gesellte sich zur Rippenverletzung noch ein Infekt) und zudem galt in der Nagolder Halle absolutes Harzverbot. Letzteres sollte die Treffsicherheit der TVGlerinnen aber im Spiel nicht negativ beeinflussen und so legten vor allem die Außenspielerinnen Julika Reihling und Simone Bortot los wie die Feuerwehr: Die ersten 6 Tore gingen auf deren Konto, was den Nagolder Trainer zur ersten taktischen Maßnahme zwang – die Außenspielerinnen sollten von nun an keinen Ball mehr bekommen. So fassten sich vor allem die Spielerinnen im Rückraum Melanie Höneß, Julia Maichle und Lea Betzmann in dieser Phase ein Herz und bewiesen Treffsicherheit. Beim 16:17 wechselte man die Seiten und Trainerin Anne Benke forderte für die zweite Hälfte vor allem ein besseres Abwehrverhalten. „Durch die Herausnahme der zentralen Spielerin im Nagolder Spiel erzwang man zwar Unsicherheiten in ihrem Angriff, es ergaben sich aber natürlich auch hinten größere Räume, die von uns oft nicht richtig abgedeckt wurden“ – so auch das Resümee von Torhüterin Stefanie Lutz nach der Partie. Doch auch in der zweiten Hälfte ließen beide Abwehrreihen ein munteres Toreschießen zu. Nagold konnte sich bis zur 43. Minute zum ersten Mal auf 3 Tore absetzen. Dieser Plan wurde aber von 3 Toren von Melanie Höneß und je einem von Melanie Torner und Leonie Brunner bis zur 51. Minute durchkreuzt und spätestens jetzt war klar, dass es wieder einmal spannend werden wird. Das Nagolder Trainergespann reagierte mit einer Auszeit, welche zunächst Wirkung zeigte: 3 Tore innerhalb von knapp 2 Minuten egalisierten die 2-Tore-Führung der Großengstingerinnen wieder und beim 30:30 in der 58. Minute war es dann Anne Benke, die die grüne Karte zückte. Auch diese zeigte den erwünschten Effekt und nach einem schönen Rückraumtor von Spielmacherin Jasmin Rudolph, gefolgt von zwei Treffern von Leonie Brunner half auch die nächste Auszeit von Nagold und die Umstellung auf eine Manndeckung nichts mehr und der TVG konnte die 2 Punkte wie erhofft auf der Habenseite verbuchen. Auch Stefanie Lutz zeigt sich nach der Partie erleichtert und zieht mit einem Augenzwinkern Bilanz: „Das war mal wieder was! Schon das zweite Spiel, in dem wir uns trotz der heiklen Schlussphase nicht haben unterkriegen lassen und auch zum Schluss noch mutig weiter gespielt haben! Trotzdem wäre ich nicht böse, wenn es das mit spannenden Spielverläufen jetzt erstmal war!“. Ein besonderes Lob von ihr geht auch an Melanie Torner, die am Kreis eingesprungen ist: „Das war wirklich super! Obwohl das für sie eine ungewohnte Position ist hat sie dem Ganzen eine Chance gegeben und sich mit 4 sehr wichtigen Toren belohnt!“.

TV Großengstingen: S. Lutz, M. Klaiber – Rudolph (1), Bögel, L. Betzmann (1), Maichle (2), Reihling (3), Bortot (8/2), Brunner (7), Höneß (6), A. Betzmann (1), Torner (4), Peller.