Das Ergebnis spielte keine Rolle

Einen Handballleckerbissen der besonderen Art gab es in Engstingen zu sehen. Der Bundesligist VfL Pfullingen/Stuttgart ließ es im Benefizspiel richtig laufen und „verzauberte“ die Zuschauer mit schönen Spielzügen.

ALBERT PUKALL

Auswahl Großengstingen/Unterhausen – VfL Pfullingen-Stuttgart 25:51 (11:25)

Der Anlaß der Partie zwischen einer Auswahl des TV Großengstingen, der SG Ober-/Unterhausen und ehemaligen Spielern des TV Großengstingen gegen den Bundesligisten VfL Pfullingen-Stuttgart war kein besonders guter. Die Partie wurde zu Gunsten der hinterbliebenen Familie des im letzten Jahr im Alter von gerade mal 43 Jahren verstorbenen Jürgen Müller ausgetragen.

Im Alter von sieben Jahren trat Jürgen Müller in die Handball-abteilung des TV Großengstingen ein, durchlief alles Jugendmannschaften, ehe er zwölf Jahre lang aktiv in der ersten Mannschaft spielte, ehe er als Schiedsrichter Trainer und schließlich als Abteilungsleiter für den TVG immer aktiv war.

Als die Verantwortlichen des TV Großengstingen für dieses Spiel beim Bundesligisten VfL Pfullingen-Stuttgart nachfragten trafen sie gleich auf offene Ohren. „Das war schon Klasse wie schnell die VfL-Spitze reagierte und uns eine Zusage gab“, so TVG-Abteilungsleiter Ralf Hummel. Das die jetzige Bezirksligamannschaft des TV Großengstingen gegen den Bundesligisten absolut ohne Chance war, war auch jedem klar. Deshalb hatte man mit dem ehemaligen TVG-Trainer und jetzigen Trainer des Verbandsligisten SG Ober-/Unterhausen Jürgen Tröster schnell die passende Lösung parat. Die Auswahlmannschaft bestand nun aus Spielern des TVG und der SG OU. Um der Sache noch einen „Kick“ zu versetzen wurden mit Günther Hejny und Wolfgang Bayer noch zwei ehemalige Engstinger in den Kader geholt, die mit Jürgen Müller zusammen gespielt haben, dann aber zu höherklassigen Vereinen gewechselt sind.

Der Abend auf jeden Fall war eine rundum gelungene Sache. Die Spendenbereitschaft der Zuschauer in der total voll besetzten in der Freibühlhalle war rießig und erfüllte voll den Zweck. Beim Spiel dieser doch sehr unterschiedlichen Mannschaften war die Sache dann auch schnell durch. Der VfL Pfullingen-Stuttgart, angereist mit allen einsatzfähigen Spielern, sorgte schon vor dem Anpfiff für viel Begeisterung bei Jung und Alt. Die vielen Autogrammwünsche wurden ebenso erfüllt wie jeglicher Wunsch nach einem gemeinsamen Bild mit den Stars aus der Bundesliga. Schon in den ersten Minuten der Partie war schnell zu sehen das der VfL Pfullingen-Stuttgart die Sache sehr ernst nahm und ließ der von Jürgen Tröster gecoachten Mannschaft nicht die Spur einer Chance.

Immer Zhabeli brachte die TVG/SG-Auswahl zwar mit 1:0 in Führung, dann aber drehten die Pfullinger gleich auf. So war es vor allem Rastko Stojanovic, der in der Anfangsphase gleich viermal traf und maßgeblich daran beteiligt war das der VfL nach acht Minuten mit 6:1 in front lag. Der VfL, der am nachmittag noch eine Trainingseinheit absolvierte schien die Sache in Engstingen sehr ernst zu nehmen, spielte seher engagiert und verzauberte die Zuschauer aber schon in der Anfangsphase mit Kempa-Tricks und schönen Toren.Die Auswahlmannschaft spielte zwar gefällig mit und hatte mit Matthias Kania, der bis zur 14. Minute schon vier Tore markieren konnte, einen sehr guten Spielregisseur, doch der Bundesligist aus Pfullingen nutzte jeden Fehler mit einem schnellen Konter. Mit seinem fünften Tor markierte Ralf Bader nach einem doppelten Kempa-Trick das 20:10 (24.), was die Zuschauer mehr als begeisterte. Mit dem Halbzeitpfiff war es Axel Kromer, der mit seinem fünften Tor zum 25:11-Halbzeitstand traf.

Im zweiten Durchgang blieb die Partie dann zunächst überraschend ausgeglichen, da sich die Pfullinger nun doch den ein oder anderen Fehlpaß leisteten und die Auswahl zweimal durch Dominic Weber und Marcus Weiß zum zwischenzeitlichen 16:32 traf (40.), Das gefiehl VfL Trainer Eckhard Notdurft gar nicht, der „mehr direkte und genaue Pässe“ von seinen Spielern forderte. Der VfL legte dann auch einen Gang zu, dennoch konnte Peter Staneker in der 50. Minute mit einer schönen Einzelleistung zum 19:40 stehen lassen. Mit einem „satten Hammer“ unter die Latte konnte Marcus Weiß in der 54. Minute zum 22:44 verkürzen, ehe der VfL Pfullingen in den letzten Minuten noch einmal aufdrehte und das Spiel mit 51:25 gewann.

Am Ende gab es nur glückliche Gesichter auf allen Seiten. Bei den Spielern des TV Großengstingen und der SG Ober-/Unterhausen, die wohl in ihrer Karriere nicht mehr in einen solchen Genuss kommen, bei den vielen Zuschauern aber auch bei den Spielern und vor allem den Verantwortlichen des VfL Pfullingen-Stuttgart, die mit diesem Engagement mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, das der VfL Pfullingen-Stuttgart eine Mannschaft in der Region für die Region ist.

Auswahl TV Großengstingen - SG Ober-/Unterhausen: Bayer, Glöser – D. Kania (2), M. Kania (5), Zhabeli (3), Siebert, Pfeiffer, Hejny (3), Weiß (5/1), Bortot (2/1), Weber (2), Staneker (1), Eisele (2), Müller, Gärtner, Lieberknecht, Gruber.

VfL Pfullingen-Stuttgart: Stojanovic, Heger – Trost (9), Gaugisch (2), Bader (5), Kromer (9/5), Stojkovic (8/3), Breitenbacher, Bräuning (5), Nartey (5), Blank (4), Baran (4).